Solarthermieförderung 2021

180 € pro Tonne CO2 kostet es, die Treibhausgasemissionen nicht zu reduzieren, sondern die Schäden der Klimakatastrophe zu zahlen. Eine typische Heizungsanlage im Einfamilienhaus, die jährlich 2.000 Liter Heizöl (2,6 kg CO2/Liter aus dem Brennstoff, zusätzlich die Emissionen von Transport und Raffinierie) verbraucht, verursacht in 10 Jahren also einen Schaden von rund 10.000 €, zusätzlich zu dem, was an Geld in die Erdölförderländer abfließt. Eine Sonnenkollektoranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung kann in den meisten Fällen so dimensioniert werden, dass sie den Heizölverbrauch um wenigstens 20 Prozent reduziert. Kombiniert mit einem Pelletskessel ist es sogar möglich, die Heizung schlagartig von einer CO2-Schleuder zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung umzubauen. Nur sind Heizöl und Erdgas immer noch viel zu billig, und so hat sich eine solche Investition für den Hausbesitzer bis Ende 2019 häufig nicht gerechnet.

Das hat sich mit den Anfang 2020 eingeführten neuen Förderrichtlinien drastisch geändert, was nicht nur für einen Boom bei Wärmepumpen gesorgt hat, sondern auch zu einer klare Trendwende bei den Installationszahlen von Solarthermieanlagen führte.

2021 setzt die deutsche Bundesregierung das Förderprogramm für das Heizen mit Erneuerbaren Energien unter der neuen Bezeichnung „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)“ fort.

Die Wirtschaftlichkeit einer Solarheizung verbessert sich dabei deutlich

  • durch eine CO2-Abgabe, die 2021 erstmals wirkam wird und 2025 auf 55 € pro Tonne steigen wird, was Heizöl dann um rund 140 € pro 1000 Liter verteuert
  • durch ein Förderprogramm, mit dem das Heizen mit Solarthermie und Holz wirtschaftlich in den grünen Bereich kommt.
Solarthermieförderung 2021

30, 35, 40 oder 45 Prozent Zuschuss

Für die Installation einer Solarthermieanlage sehen die Richtlinien einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent vor. Bei typischen Installationskosten von rund 1.000 € pro Quadratmeter Sonnenkollektor einschließlich Kollektorkreis und Regelung hat sich die Förderung gegenüber dem Vorjahr also ungefähr verdoppelt.

Wer eine ausreichend bemessene Kollektorfläche installiert, bekommt 30 % Zuschuss auch für einen gleichzeitig installierten Gasbrennwertkessel. Als Bemessungsgröße gilt es, ein Viertel der Heizlast mit einer auf 0,635 kW pro Quadratmeter Bruttofläche angesetzten Kollektorleistung abzudecken. Mit 0,4 m² pro kW Heizlast, mindestens aber 7 m² Vakuumröhrenkollektoren oder 9 m² Flachkollektoren ist man auf der sicheren Seite.

Die Klimabilanz eines Holzkessels ist viel besser als die eines mit fossilem Erdgas befeuerten Wärmeerzeugers. Für die Installation z. B. eines Pelletskessels gibt das BAFA daher 35 Prozent Zuschuss. Aber wer diesen als Erneuerbare Energien Hybridheizung installiert, in der die Solarwärme den ineffizienten und verschleißfördernden Sommerbetrieb des Kessels vermeidet, erhält auch für den Sonnenkollektor 35 und nicht „nur“ 30 Prozent.

Wenn Ölheizungen stillgelegt werden, hat das einen besonders großen Klimaschutzeffekt. Daher gibt es für Gas-Hybridheizungen, die einen Ölkessel ersetzen, sogar 40 Prozent Zuschuss. Das ist nicht ganz unumstritten, weil Erdgas eben ein fossiler Brennstoff ist. Der Weg zu grünem Gas aus erneuerbaren Energien ungefähr so lang wie der zu 100% Ökostrom.

Den höchsten Anreiz gibt der Staat daher mit 45 Prozent für den Austausch einer Ölheizung gegen die Kombination von Biomasse mit Solarthermie. Moderne Pelletskessel benötigen nicht mehr Platz als ein Ölkessel, sie laufen dank neuester Regelungstechnik vollautomatisch, und ihr Aschekasten muss nur alle paar Wochen geleert werden. Das Pelletslager findet dort Platz, wo vorher die Öltanks standen, weil der Sonnenkollektor die Reichweite verlängert.

Erneuerbare Wärme gemeinschaftlich mit den Nachbarn nutzen

Neu in den Förderrichtlinien ist die Berücksichtigung von mit erneuerbaren Energien gespeisten Wärmenetzen. Damit wird der Anschluss an ein umweltfreundliches Fernwärmenetz endlich nicht mehr schlechter gestellt als die Installation z. B. einer Wärmepumpe. Die Förderung gilt aber auch für kleine Wärmenetze, die als Nahwärme nur wenige Häuser oder einen Gebäudekomplex versorgen. Die Förderquote beträgt 30 Prozent, wenn das Gebäudenetz oder Fernwärmenetz einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 25 Prozent erreicht und steigt auf 35 Prozent, wenn mindestens als 55 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien kommen. Und auch diese Prozentzahlen erhöhen sich auf 40 bzw. 45 Prozent, wenn dabei ein Ölkessel beseitigt wird. Damit ist der Weg frei für große Solarthermieanlagen, die eine ganze Nachbarschaft versorgen.

Wann, wenn nicht jetzt?!

Dank der hohen, an den Investitionskosten orientierten Zuschüsse lohnt es sich, nicht nur einen Sonnenkollektor auf eine ineffiziente Heizungstechnik aufzupfropfen, sondern eben eine echte Solarthermieanlage mit Pufferspeicher, moderner Regelungtechnik und hocheffizientem Wärmeerzeuger für die Nachheizung zu installieren.

Die Details zum neuen Förderprogramm finden sich auf den Internetseiten des BAFA und im Bundesanzeiger (BAnz AT 30.12.2020 B2)

Das Ingenieurbüro solar energie information unterstützt Sie gerne dabei, mit dem passenden Konzept und den richtigen Unterlagen den Antrag für Ihr Projekt zu stellen.

Hinweise zum Schluss: Irrtum und veralteter Stand der Informationen ist nicht ausgeschlossen. Auf die Förderung besteht kein Rechtsanspruch. Über die Vergabe entscheidet die Förderstelle.